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FreiNacht mit FreiPass über den Chasseral,
16. – 17. September 2006



Die Vorgeschichte dieses Anlasses liess nichts Gutes ahnen:

Am 10. / 11. September 2005 rekognosziert Simon erstmals die Tour; Auffahrt von Biel / Ligerz, Abfahrt nach St. Imier. Am Samstag ist es noch trocken, am Sonntag regnet es in Strömen.

Der geplante Anlass am darauffolgenden Wochenende wird abgesagt, da Schneefälle bis auf 1'400 müM prognostiziert sind. Die Einladung von Tele Bielingue, ein Portrait von FreiPass zu senden, wird daraufhin zurückgenommen.

Zweiter Anlauf 2006: am 26. August rekognosziert Simon zum zweiten Mal, diesmal eine Route ab La Chaux-de-Fonds über La Grand Combe und Les Pontins. Die neu gewählte Route ist ausnehmend schön; nur regnet es so stark, dass sich der Rekognoszierende den Schlussaufstieg schenkt und in St. Imier den Zug zurück nach Basel nimmt.

Eine Woche vor dem Anlass hatte der Wirt des Hotels Chasseral telephonisch unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass er sich gegen eine Sperrung der Chasseral-Strasse wehren würde.

Wenige Tage vor dem Anlass schliesslich informiert Parc Chasseral, dass sie eine Sperrung der Chasseral-Strasse für eine FreiPass-Veranstaltung keinesfalls unterstützen. Es sei unseriös, die Chasseral-Strasse „pour quelques cyclistes“ zu sperren. Ein Jahr zuvor hatte diese Organisation auf dem Chasseral selber eine motorfahrzeugfreie Veranstaltung zu organisieren versucht, hatte die dazu nötigen Bewilligungen jedoch nicht erhalten und musste absagen. FreiPass war bis anhin davon ausgegangen, in Parc Chasseral einen verlässlichen Partner für einen Anlass am Chasseral zu haben.


Der Vorstand von FreiPass beschliesst, trotz diesen sehr negativen Vorzeichen den Anlass durchzuführen. Also besammeln sich am Samstag um 14:00 Uhr quelques cyclistes vor dem Bahnhof La Chaux-de-Fonds, und nach einer kurzen Begrüssung seitens des Präsidenten gehts los. Gleich am Anfang wird ein allgemeines Fahrverbot missachtet, nachher spielt sich der ganze Anlass in gesetzeskonformem Rahmen ab.



Die diversen kurzen Aufstiege bis nach La Grand Combe sind ruppig. Schon nach zehn Minuten werden erste Kaffee-Gelüste geäussert, da es aber FreiPass unterlassen hat, unterwegs diesbezügliche Einrichtungen zu etablieren, bleibt die Gruppe homogen. Auf La Grand Combe verdiente erste Pause, die Antenne des Chasseral ist schon sichtbar, Kleinkinder werden gefüttert und spazieren gegangen, die Welt ist friedlich.

Dieser Frieden wird jäh unterbrochen durch eine spontane Demonstration der in der Umgebung weidenden Rinder. Diese gehören entweder der Rasse des Simmentaler Fleckviehs oder der österreichischen Pinzgauer an, dem Benehmen nach ist eher auf letzteres zu schliessen Jedenfalls blockieren sie die Weiterfahrt für mehrere Minuten und lassen sich erst durch grosszügige Rationen von Käse (ausgerechnet vom Amerikaner in der Gruppe) davon überzeugen, das Strässchen wieder freizugeben.



Die Weiterfahrt nach Les Pontins ist ein einziger Traum, FreiPass-Paradies sozusagen. Auch eine sich sperrig benehmende Fahrradkette kann den Genuss nicht schmälern. Die inzwischen sehr virulenten Kaffeegelüste können leider auch in Les Pontins nicht gestillt werden, das Restaurant ist seit 2002 geschlossen, die Weinflaschen der Dernière warten noch immer auf den Abtransport.

So geht es koffeinfrei auf die letzten 400 Höhenmeter, die Antenne rückt immer näher, und wer erreicht das Ziel als Erste? Ausgerechnet unsere mit Abstand jüngste Teilnehmerin (ca. 15 Monate)! Okok, sie hatte zugegebenermassen als einzige der Gruppe pedaltechnisch sowie pychologisch und auch ernährungswissenschaftlich etwas Unterstützung; trotzdem scheint bei ihr einer steilen Karriere bei FreiPass nichts im Wege zu stehen.






Am Sonntag fängt es an zu regnen – wie könnte es auch anders sein? Nach etwa zehn Minuten Abfahrt Richtung Nods gibt es am Hinterrad von Simon einen so lauten Knall, dass alles Wild im Umkreis von 15 km denkt, man befinde sich im Kanton Graubünden und die Hochwildjagd sei eröffnet.

Eine Inspektion ergibt, dass die Felge auf einer Länge von ca. 20 cm gerissen ist, Weiterfahrt unmöglich. Ein mitfühlendes Ehepaar mit VW-Bus transportiert das schwer lädierte Gerät samt Chauffeur nach Nods zur nächsten Postautohaltestelle. Dort soll laut Fahrplan um 11:30 Uhr ein Bus nach La Neuveville fahren. Das Postauto lässt sich nicht sehen, dafür nimmt ein empathischer PTT-Chauffeur, der in die Gegenrichtung fährt, den unverzagten Präsidenten mit nach St. Blaise bei Neuchâtel. Der Bus um 11:30 Uhr fahre nur werktags, das war im Fahrplan aber nicht so vermerkt.

Von St. Blaise geht’s nach Neuchâtel und mit ganz tifigem Umsteigen reicht’s gerade noch auf den Interregio nach Basel. Allerdings muss infolge technischem Defekt der ICN-Züge noch zweimal umgestiegen werden, aber schliesslich erreichen alle gesund und munter den Ausgangsort ihrer abenteuerlichen Reise.






Fazit/ Ausblick 




Der Chasseral ist eine wunderschöne Gegend zum Velofahren, sogar bei Regen. Für eine FreiPass- Veranstaltung ist er weniger geeignet. Was macht es für einen Sinn, sich für eine Strassensperrung einzusetzen, wenn sogar die lokale Fauna dagegen ist? Der Präsident schlägt vor, den Chasseral vorläufig aus unserer Liste zu streichen und ein paar Jahre ins Land ziehen zu lassen. Es gibt Lokalitäten, wo wir willkommener sind – Fortsetzung folgt!


Simon Bischof

Präsident Verein FreiPass