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Mit FreiPass am 16. August 2009 über den Pragelpass!


Der Pragel ruft, oder war es doch der Muotathaler Senn?

Ein munteres, buntes Grüppchen von neun Personen ist den Rufen gefolgt und hat sich in Schwyz versammelt. Eine Gruppe von sechs Personen hat beschlossen, den Kinderanhänger lieber auf der Glarner Seite hochzuziehen und ist bereits am Vortag vom Zürcher Oberland her gestartet.

Um 09:32 erreicht der Zug aus Zürich Schwyz-Seewen (455 m.ü.M.).
Am Bahnhof Schwyz, im Herzen der Schweiz werden wir uns noch etwas Zeit nehmen um Abenteuergeschichten und Sagen über Alpenpässe, über Siege und Scheitern auszutauschen.
Zeit um über die alten und die neuen Mythen der Schweiz, Tell und Bankgeheimnis zu sprechen.
Um 09:47 kommt der Zug aus Bern/Luzern, um 09:59 folgt der Zug aus Basel. Dann starten wir los.






Der erste August ist vorbei und das Bankgeheimnis bereits weichgekocht. Die Zeit wird dem gegenseitigen Kennenlernen, der Besprechung der Tour und dem Fachsimpeln gewidmet. Etwa um 10:15 setzt sich die Tour in Bewegung. Zwei Damen ziehen schon etwas früher los.

Nachdem wir den Schwemmkegel von Schwyz und damit die Siedlung hinter uns gelassen haben, geht es bei Oberschönenbuch über die Veloroute die ersten hundert Höhenmeter hoch.
Der erste Aufstieg ist die erste Herausforderung und auch der erste landschaftsästhetische Höhepunkt. Kaum die Siedlung verlassen, ist es hier ländlich und schön.







Nach der Stauanlage (550 m.ü.M.) eröffnet sich der Blick in ein Trogtal, wie es in jedem Bilderbuch über Landschaftsgenese seinen Platz hätte. Es bedarf nicht viel Phantasie, um die Last von tausend Meter dickem Eis zu spüren, die einem über dem Kopf, der dann nicht mehr da wäre, hinweg schürft. Links ragen die Mythen und der Druesberg noch einsam in die waldfreie Zone. Rechts türmen sich die Vorboten der Zentralalpen auf. Dort oben sind die Sennen gerade dabei, den Käse aus dem Kessel zu nehmen.

Kurz vor Muotathal kreuzt sich der Weg mit der Gruppe, die von Richisau gestartet ist.






Der Radweg entlang der Rennpiste führt uns sicher zum Dorf. An heissen Tagen empfiehlt es sich, noch einen kräftigen Schluck zu trinken und die Flaschen an den Dorfbrunnen aufzufüllen. Brunnen sind in Karstlandschaften rar.

Am Dorfbrunnen versammeln sich alle und dann fährt jeder im individuellen Tempo den Pass hoch.






Hier ist noch Gelegenheit sich Mut zuzusprechen, bevor der Atem knapp wird. Es geht jetzt steil hoch, sehr steil. 800 Höhenmeter ohne nennenswerte Unterbrechung. Doch mit viel Willenskraft und dem entsprechenden kleinen Gang ist es zu schaffen. Wichtig ist, den Rhythmus zu finden und die Kraft einzuteilen. Auf rund 1400 m.ü.M. haben wir das grosse Leiden hinter uns, es wird flach. Durch schönen, aufgelösten Weidewald nähern wir uns dem Pragel. Vielleicht erleben wir auch noch etwas von der Blütenpracht der Weidenröschen-Hochstaudenfluren und von den sommerlichen Alpweiden. Die Silberen, eine Karstlandschaft von nationaler Bedeutung, werden wir nur von der Ferne sehen. Wer die Reserven hat, soll seine Bergschuhe auspacken, aber Vorsicht, unter uns erstreckt sich das längste vermessene Höhlensystem der Erde.

Die Landschaft und auch das Wetter halten, was die Ausschreibung ankündigt. Bei sonnigem Wetter geht es grossteils im Schatten durch den steilen Bergwald hoch. Wohl dem, der noch etwas für Geruch und Anblick von Landschaft und Pflanzenwelt übrig hat.

Wer auf 1550 m.ü.M. angekommen ist, darf sich auf die Schulter klopfen und zukünftigen Generationen stolz von einer weiteren Heldentat berichten. Bei der Alphütte gibt es währschaftes Essen und ein warmes Süppchen. Es gibt auch köstlichen Alpkäse zu kaufen.






Oben werden wir von den Geissen empfangen. Alle Teilnehmer erreichen in gutem Zustand und bei guter Laune das Restaurant. Das Essen entspricht dem guten Ruf und vor der Abfahrt werden die Velos mit feinem Alpkäse beladen.






Es geht in engen Kurven bergab, dann isohypsenparallel dem Klöntaler See entlang und von hier nochmals hinunter nach Glarus. Es empfiehlt sich, gelegentlich fester in die Bremsen zu greifen und die Landschaft zu geniessen. Nicht nur die Felswände des Glärnisch sind eines ehrfurchtsvollen Blickes würdig.

Alle haben den gleichen Weg und so fährt die Gruppe geschlossen bis Ziegelbrücke.

Autor und Begleiter der Tour: Erich Szerencsits